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Foren / Referenten

  • Safer Internet Day 2017 – Auftakt der regionalen Medien- kompetenztage

    Am Dienstag, den 7. Februar 2017 findet im Stuttgarter Haus der Wirtschaft der Safer Internet Day 2017 statt. Zur Anmeldung

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Impulsreferate

„Zwischen Kompetenz und Kontrollverlust – wir in der digitalen Welt“ Vortrag und Diskussion

Der digitale Datenbestand verdoppelt sich alle zwei Jahre! Niemals zuvor in der Menschheitsgeschichte wurden so viele Daten von Menschen und Maschinen erzeugt. Mit der fortschreitenden Vernetzung, dem „Internet der Dinge“, den datengestützten Prognosen und immer leistungsfähigeren, künstlichen Intelligenzen beginnt eine neue Phase der Digitalisierung unserer Gesellschaft. Wie werden Algorithmen zukünftig in soziale Prozesse eingreifen? Welche Kompetenzen werden in der Bildung an Bedeutung gewinnen? Und was folgt daraus für die Medienbildung? Dr. Harald Gapski (Grimme-Institut) gibt Antworten auf diese Fragestellungen und erörtert in seinem Impulsvortrag die gesellschaftlichen Folgen der fortschreitenden Digitalisierung.

 

„Was tun gegen die Digitale Hysterie?“ Vortrag und Diskussion

Der Diplompsychologe und Autor Georg Milzner zeigt Wege auf, wie der digitale Kulturwandel bewältigt werden kann. Durch das hohe Tempo des Wandels werden viele Ängste heraufbeschworen, doch nur ein kleiner Teil davon ist bei näherem Hinsehen berechtigt. Zeitweilig entsteht der Eindruck, als würde die Digitalisierung uns alle dumm, krank und abhängig machen. Doch grelle Katastrophenszenarien dieser Art treiben in viele Familien Keile, ohne dass die Kompetenz, mit dem Kulturwandel umzugehen, nennenswert gewachsen wäre. Deshalb schaut der Autor des Buches „Digitale Hysterie: Warum Computer unsere Kinder weder dumm noch krank machen“ sorgfältig hin: Selbsterfahrung und kompetenter Austausch ist viel wichtiger, wenn wir diesem Wandel gewachsen sein wollen. Zu dieser aufmerksamen Betrachtung lädt der Vortrag ein.

 

„YouTube – mehr als ein Hype?“ Vortrag

Reichweiten, Reichtum und reichlich Bewegung. Ist YouTube mehr als ein Hype? Dieser Fragestellung widmet sich Markus Gerstmann (ServiceBureau Bremen) in seinem Impulsvortrag. Fernsehen war gestern, heute gibt es YouTube. Hier bestimmen Jugendliche das Programm und benutzen diese Plattform, um aus ihrem eigenen Leben zu berichten und zu sehen, was andere bewegt, interessiert und um sich eine Meinung zu bilden. Der YouTuber vermittelt ein Bild vom Star zum Anfassen: der Star liebt alle Fans, ist wie die große Schwester oder Freundin, die alles macht, kann und darf und nur beiläufig für Konsumgüter wirbt. Authentizität und Nähe ist dabei nur ein Mittel, denn dahinter steht ein System aus Management, Werbefirmen, Produkten und Künstleragenturen. Der Vortrag gewährt Einblicke in diese Onlinewelt, fragt nach dem kulturellen Wandel des Konsums und zeigt Hinter- und Abgründe auf. Doch für die pädagogische Arbeit mit den Heranwachsenden gilt: Ruhe bewahren, Respektvoll kommunizieren, Bildungspotenziale beleuchten, Kompetenzen zur Eigenproduktion und Medienkritik stärken.

Foren

Forum 1 – Mit App geht‘s ab

Snapchat, Pokémon Go, … Lernapps, immer neue Apps machen die Runde und fordern die Pädagogik heraus.

Impuls: Björn Friedrich (SIN Studio)

Aus der Praxis: Robert Rymeš (LMZ Referent)

App App - Hurra?! Mobile Angebote wie Snapchat, Pokémon Go und Lernapps stellen die heutige Bildungsarbeit vor viele Herausforderungen. In nur wenigen Jahren wurde das Smartphone zum allumfassenden Lebensbegleiter und veränderte das Mediennutzungsverhalten vieler Menschen grundlegend. Insbesondere Kinder und Jugendliche sind dem schnellen Wandel und den Möglichkeiten des aktiv-produktiven Selbstausdrucks ausgesetzt. Pädagoginnen und Pädagogen wird es bei dieser rasanten Entwicklung schnell schwindlig. Doch auf den zweiten Blick herrscht Klarheit: jugendtypische Nutzungsmotive und dahinter liegende Bedürfnisse sind konstant. So ist es entscheidend, neuen Apps und Nutzungsgewohnheiten ohne Scheu, neugierig und offen gegenüber zu treten. Machen wir den Heranwachsenden genügend Angebote, in denen sie sich mit neuen Anwendungen aktiv-produktiv, kreativ und kritisch auseinander setzen? Im Forum „Mit App geht’s ab“ zeigt Björn Friedrich (SIN Studio in Netz, München) Entwicklungslinien auf und skizziert die resultierenden Herausforderungen. Robert Rymeš (LMZ Referent) gibt Einblicke in die praktische Nutzung aktueller Apps und stellt Projektideen vor, wie angesagte Anwendungen in die medienpädagogische Arbeit einbezogen werden können.

 

Forum 2 – Virtuelle Realität und das reale Leben

Uhren, Brillen, virtuelle Sensationen – was geschieht dabei mit den Menschen und wie kann man das Virtuelle im Realen verstehen?

Impuls: Jonas Roth (Jumping Llamas/Meetup VR)

Aus der Praxis: Steffen Griesinger (medien+bildung.com)

Wird Virtual Reality die Art wie wir lernen für immer verändern? Falls ja, wo genau liegen die Chancen, wo Risiken? Jonas Roth – Fachinformatiker (Jumping Llamas) und Mitorganisator des Meetup VR in Stuttgart – gibt in diesem Forum einen Überblick über technische Entwicklungen virtueller Medienumgebungen, wie z.B. Augmented Reality (AR) und Virtual Reality (VR). Wie funktioniert es: Brille auf und ab geht’s? Nutzerinnen und Nutzer tauchen sogleich in eine vollständig computergenerierte Welt und steuern diese mit Controllern oder eigenen Händen. Oder es werden 3D-Animationen einfach mal in die reale Welt eingefügt, wie es andere Brillen oder Apps bereits können. Doch was bedeutet das für die pädagogische Arbeit? Würde zukünftig im Fremdsprachenunterricht die ganze Klasse durch Paris spazieren, in Geschichte eine vergangene Zivilisation erlebt oder in Physik die Berechnung von Beschleunigung mit einer virtuellen Achterbahnfahrt verknüpft? Und die Fragestellung sei erlaubt: welche Gefahren liegen hinter der Wirkungsmacht von VR und der einhergehenden Extrembeanspruchung aller Sinneskanäle? Steffen Griesinger (medien+bildung.com) berichtet als Medienpraktiker aus seiner Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Er stellt eine günstige Brillenvariante vor, die er in Workshops basteln lässt und betrachtet aus einer ganz anderen Perspektive Ideen für einen handlungsorientierten Unterricht.

 

Forum 3 – Hatespeech, Shitstorm, Cyber-Hetze

Abfällige oder gar hasserfüllte Kommentare im Internet werden immer häufiger und heftiger. Es scheint kein Halten mehr zu geben. Erkenntnisse und Handlungsmöglichkeiten.

Impuls: Sina Laubenstein (No Hate Speech, Berlin)

Aus der Praxis: Aytekin Celik, Asiye Sari-Turan (LMZ Referenten)

Vorsicht! Dieser Beitrag enthält diskriminierende und menschenverachtende Äußerungen! "Ich bin dafür, dass wir die Gaskammern wieder öffnen und die ganze Brut da reinstecken." In Online-Netzwerken ist ein solcher Umgangston leider keine Seltenheit. Debatten werden immer häufiger mit aggressiven, beleidigenden und verunglimpfenden Kommentaren geführt. Hass ist nicht weniger verletzend und gefährlich, wenn er im digitalen Raum stattfindet. Hauptziele dieser Hatespeech sind Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender (LGBT), Muslime und Frauen. Sina Laubenstein stellt in ihrem Vortrag ihre Netzkampagne No Hate Speech Movement (NHSM) vor, deren Projektleitung in ihren Händen liegt. Dabei geht sie auf die verschiedenen Formen der Hassreden und den Bereich Cybermobbing ein. Aytekin Celik und Asiye Sari-Turan (LMZ Referenten) fokussieren den antimuslimischem Rassismus im Netz. Das wachsende Phänomen des Feindbildes „Moslem“ wird erläutert und Begrifflichkeiten anhand von Beispielen aus jugendnahen, antimuslimischen Aktionen aufgezeigt. Leider werden Diskriminierungserfahrungen junger Muslime vonseiten religiöser extremistischer Strömungen instrumentalisiert. Auch darauf gehen die Referent/inn/en ein. Darüber hinaus befasst das Forum sich mit weiteren Beispielen aus der (präventiven) Praxis.

 

Forum 4 – Data Mining, Data Dealing: Sind wir schon alle gläsern?

Impuls: Gerda Sieben (JFC Köln)

Aus der Praxis: Mike Kuketz (LMZ Referent)

Ständig und überall! Bei der Nutzung von Smartphones, Wearables, Connected Cars und vielem mehr hinterlassen wir pausenlos Datenspuren. Vielen Menschen ist dabei nicht bewusst, welche Daten von ihnen gesammelt und ausgewertet werden. Man könnte auch sagen: Daten die „irgendwo im Internet“ hinterlassen werden, sind so etwas wie Radioaktivität. Man sieht, riecht, hört, fühlt und schmeckt sie nicht. Im Praxisteil gibt Mike Kuketz (LMZ Referent) einen Einblick in die fragwürdigen Geschäftspraktiken diverser Unternehmen und demonstriert an Beispielen, warum es uns interessieren sollte, wem wir Daten anvertrauen. Gerda Sieben (JFC) vermittelt in ihrem Vortrag Erfahrungen aus ihrer Arbeit mit Jugendlichen zu diesem recht abstrakten Thema. Die Leiterin des Kölner Medienzentrums setzt in ihrer Arbeit mit Kindern und Jugendlichen bereits viele Ideen um. Beziehen sich die bisherigen Ansätze des Jugendmedienschutzes häufig nur auf Soziale Netzwerke, gehören inzwischen die wirtschaftlich und politisch relevanten Implikationen von Big Data zu ihren Themen. Die Expertin spricht über Herausforderungen, Auswirkungen und Methoden rund um das brisante Themenfeld.

Referenten

Aytekin Celik

Aytekin Celik studierte an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg Bildungsmanagement (Master of Arts); zuvor absolvierte er ein Studium der Sozialpädagogik an der Hochschule Esslingen sowie ein Studium der Informatik an der Universität Ulm. Neben seiner Lehrtätigkeit an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) für Sozialinformatik und Medienpädagogik ist Celik als freier Referent für das Landesmedienzentrum Baden-Württemberg tätig.

Björn Friedrich

Björn Friedrich ist Medienpädagoge bei SIN – Studio im Netz e.V., München, Co-Autor des "Elternbuchs zu WhatsApp, Facebook, YouTube & Co." Seine Arbeitsschwerpunkte sind digitale Medien, Social Media, Apps und mobile Anwendungen, Datenschutz und digitale Selbstverteidigung.

Dr. Harald Gapski

Dr. Harald Gapski ist wissenschaftlicher Mitarbeiter und Projektleiter am Grimme-Institut und Koordinator des Grimme-Forschungskollegs. Er absolvierte ein Studium der Kommunikationswissenschaft, Philosophie und Media Studies (USA) und promovierte zur Theorie von „Medienkompetenz“. Als Berater, Vortragender und Autor setzt er sich mit Bildungs- und Kulturthemen der digitalen Gesellschaft auseinander.

Markus Gerstmann

Markus Gerstmann ist Medienpädagoge und Bildungsreferent im ServiceBureau Jugendinformation Bremen mit den Arbeitsbereichen Medienpädagogik und Jugendinformation. Er konzipiert und initiiert Workshops, Informationsveranstaltungen sowie Fachtagungen für Jugendliche, Eltern und Fachkräfte.

Steffen Griesinger

Der Diplom-Sozialpädagoge Steffen Griesinger experimentiert mit den Gestaltungs- und Ausdrucksmöglichkeiten neuer Medien, um daraus Ansätze für die Medienkompetenzbildung zu entwickeln. Griesinger leitet das Haus der Medienbildung unter dem Dach von medien+bildung.com in Rheinland-Pfalz. Neben seinem Background als Diplomierter Sozialpädagoge (FH) hat er eine theaterpädagogische Zusatzausbildung (FH) und an innovativen Projekte wie der „Virtual-Reality-Brille zum Selbermachen“ beteiligt.

Mike Kuketz

Der Diplom-Informatiker Mike Kuketz ist als freier Referent für das Landesmedienzentrum Baden-Württemberg in den Schüler- und Eltern-Medienmentoren Programmen und dem Programm 101 Schulen aktiv. Als Lehrbeauftragter an der dualen Hochschule Karlsruhe und auf seinem IT-Security-Blog hat er es sich zur Aufgabe gemacht, anhand von aktuellen, praxisorientierten Grundlagen Themen rund um die IT-Sicherheit in Bezug auf Smartphones, Datenschutz und Apps anschaulich zu vermitteln.

Sina Laubenstein

Sina Laubenstein ist als Projektmitarbeiterin bei den Neuen deutschen Medienmachern für das No Hate Speech Movement (NHSM) Deutschland verantwortlich. In diesem Netzwerk sind alle relevanten Ministerien, wichtigen Verbände und Organisationen vereint, um zu zeigen: Die Mehrheit ist gegen Hass im Netz! Auf no-hate-speech.de finden sich viele Mittel und Möglichkeiten, zu kontern, sich einzumischen und Position zu beziehen. Betroffene sehen zudem, dass sie nicht alleine sind. Denn: lovers gonna love!

Georg Milzner

Geboren 1962, absolvierte Georg Milzner das Studium der Psychologie und Verhaltensbiologie in Münster, schloss mit dem Diplom in Psychologie ab und war bereits früh in Projekten zur Untersuchung der Interaktion von Mensch und Computer tätig. Er qualifizierte sich weiter zum Psychotherapeuten, war forschend und therapeutisch am Institut für Hypnotherapie in Düsseldorf tätig und lehrte als klinischer Ausbilder u.a. in Linz/ Österreich, Dresden und zuletzt in der Schweiz. Heute arbeitet Georg Milzner in seiner eigenen Privatpraxis in Münster/ Westfalen. Er ist Verfasser eines Buchs über den modernen Amoklauf („Die amerikanische Krankheit“, 2010, Gütersloher Verlagshaus) sowie des Buchs „Digitale Hysterie – Warum Computer unsere Kinder weder dumm noch krank machen“ (2016, Beltz Verlag).

Jonas Roth

Jonas Roth ist Mitorganisator der Virtual & Augmented Reality Meetups in Stuttgart und Mitgründer der Agentur Jumping Llamas, die Spiele und Anwendungen im Bereich VR entwickeln. Während Roths innovativen Meetup-Veranstaltungen tauchen Interessierte in virtuelle Realitäten ein, tauschen sich untereinander aus und erhalten Raum, die neuesten technischen VR/AR–Anwendungen auszuprobieren. Der gebürtige Münchner und Fachinformatiker studierte an der Universität Stuttgart Softwaretechnik und an der Hochschule Esslingen Medieninformatik.

Robert Rymeš

Robert Rymeš ist seit 2013 als zertifizierter freier Referent für das Landesmedienzentrum Baden-Württemberg aktiv. Seine Schwerpunktthemen sind kindliche und jugendliche Medienwelten, Smartphones und Apps, Soziale Medien, Online-Konflikte und Cybermobbing, Mediengewalt sowie handlungsorientierte und produktive Medienarbeit. Seit 06/2016 ist Rymeš als akademischer Mitarbeiter am Projekt dileg-SL (Digitales Lernen Grundschule) in Stuttgart/Ludwigsburg beteiligt. Er ist studierter Medienpraktiker (Uni Tübingen) mit den Schwerpunkten Hörfunk- & Filmproduktion, Öffentlichkeitsarbeit und Diplom-Sozialpädagoge (Uni Siegen) mit den Schwerpunkten Empowerment und kommunale Partizipation, Interkulturelle Arbeit sowie Mediation.

Asiye Sari-Turan

Asiye Sari-Turan studierte an der Universität Hohenheim Diplom-Agrarbiologie und war anschließend in Forschungsprojekten am Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt Stuttgart und in der Industrie tätig. Dem folgten Tätigkeiten in Bereichen der Schul-, Umwelt- und Medienpädagogik mit einem Schwerpunkt bei der digitalen Qualifizierung von Eltern mit Migrationshintergrund. Parallel zu diesen Arbeitsgebieten engagierte sie sich in Bereichen des interkulturellen und interreligiösen Dialogs, sowie in der Entwicklungsarbeit mit einem Projektaufenthalt in Aserbaidschan. Derzeit entwickelt sie im Rahmen von Projekten zur Prävention von religiös bedingtem Extremismus Konzepte für Seminare und Workshops für Jugendliche und Multiplikatoren aus verschiedenen pädagogischen Bereichen.

Gerda Sieben

Gerda Sieben leitet das Medienzentrum jfc Köln. Das jfc hat es sich zur Aufgabe gemacht, als Fachstelle pädagogischer Arbeit Aktionen, Beratung, Qualifizierung und Dienstleistungen im Schnittfeld von Medien, Kultur und Pädagogik anzubieten. Sieben wendet sich mit ihren Workshops an Pädagogen, Kinder, Jugendliche und Eltern und tritt in zahlreichen Kongressen und Foren mit medienpädagogischen Vorträgen vor das Fachpublikum. Die Erziehungswissenschaftlerin ist Mitglied in den verschiedensten medienpädagogischen Gremien, u.a. Vorstandsmitglied des Instituts für Bildung und Kultur (IBK), Expertin im Fachausschuss Bildung des Deutschen Kulturrates und Mitglied der Gesellschaft der Medienpädagogik und Kommunikationskultur (GMK).